
Harry John Lawson, der Gruender der Daimler Motor Company in Coventry, war erleichtert. Die Regierung hatte endlich den Locomotives Act 1865 aufgehoben. Die Hoechstgeschwidigkeit fuer "road locomotives" betrug 4 mph ausserhalb und 2 mph innerhalb von Ortschaften, und mindestens drei Fahrzeuglenker mussten das Vehikel steuern bzw unter Kontrolle halten. Aber nun nicht mehr. Es galt zu feiern. Lawson beschloss ein London Brighton car run zu organisieren, "The Emanzipation Run". 33 motorists trafen sich im November 1896 zum Fruestueck im Charing Cross Hotel und machten sich auf den langen Weg nach Brighton, 17 erreichten das Ziel.
Die naechste Wettfahrt fand 1927 statt, und seitdem immer wieder, am ersten Sonntag im November, ununterbrochen, bis auf wenige Jahre waehrend des Krieges. Heute wird am Hyde Park gestartet, zum Morgengrauen, damit die Fahrzeuge zuegig durch Londons Innenstadt fahren koennen. Knapp 500 Teilnehmer haben sich dieses Jahr angemeldet, das Rennen ist zum stattlichen Spektakel angewachsen. Zugelassen sind nur Fahrzeuge, die vor 1905 gebaut wurden, und das Rennen ist eigentlich gar kein Rennen, es geht wohl eher um die Teilnahme, sogar eine Hoechstgeschwindigkeit ist festgelegt.
Die Stimmung ist, wie man sich vorstellen kann, vorzueglich, Fahrer und Zuschauer winken sich gegenseitig freundlich zu, die Polizei hilft am Westminster Palace den Verkehr zu regeln. Auf dem Weg nach Brighton gibt es einen offiziellen Stop in Crawley (halfway coffee break), ansonsten immer der A23 folgen, bitte sehr, bis zur Kueste, 86 Kilometer. Der London to Brighton Car Run gilt als das am laengsten bestehende Motorsportereignis der Welt.
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